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Popkultur

Jožin z Bažin ist ein bekan­ntes Lied der tsche­choslowakischen Ban­jo Band um Ivan Mládek aus dem Jahr 1977. Es schildert die Geschichte des Sumpf­mon­sters Jožin, das haupt­säch­lich PragerIn­nen frisst. Ein dem Inhalt entsprechen­des absur­des Musikvideo belegt ein­er­seits Jožins Erfolg in der dama­li­gen Tsche­choslowakei, ander­er­seits hat es den zweit­en Früh­ling dieses musikalis­chen Klein­ods ermöglicht. Über YouTube gelangte Jožin 2008 näm­lich zunächst nach Polen, dann nach Rus­s­land, Ser­bi­en, Let­t­land, Deutsch­land, Eng­land, etc. Sehr schön lässt sich hier also der Sprung von Pop­kul­tur 1.0 auf Pop­kul­tur 2.0 nachze­ich­nen..

Der geplante Beitrages wid­met sich vor­wiegend der Pop­kul­tur im slaw­is­chen Inter­net. Es soll ver­sucht wer­den, die Prozesse zu skizzieren, die die beina­he weltweite Ver­bre­itung eines tsche­choslowakischen Musikvideos aus den späten Siebzigern im 21. Jahrhun­dert ermöglicht haben. Speziell einge­gan­gen wird auf kreative Inter­ak­tio­nen mit dem Orig­i­nal, die zahlre­iche Par­o­di­en und Neuin­ter­pre­ta­tio­nen her­vorge­bracht haben. Dabei soll Richard Dawkins Idee des Mems den entsprechen­den the­o­retis­chen Hin­ter­grund bilden, ergänzt um Hen­rike Schmidts Arbeit­en zur Inter­net-Folk­lore in Rus­s­land. Zu klären wird sein, welche Ele­mente des tsche­choslowakischen Videos sich als Grund­bausteine für ein Inter­net-Mem eignen, und ob sich der expliz­it poli­tis­che Hin­ter­grund viel­er Par­o­di­en (Rus­s­land: Putin edet v Pikale­vo – Putin fährt nach Pikale­vo; Polen: Don­ald marzy – Don­ald [Tusk] träumt) aus diesen Bausteinen ableit­en lässt.

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